21.08.2010

Golfo di Squillace

Eigentlich fällt er auf der Landkarte gar nicht wirklich auf. Der Golfo di Squillace geht neben dem großen Golfo die Taranto, der den italienischen Stiefelabsatz markiert, fast ein bisschen unter. Um auf sich aufmerksam zu machen, greift er zu einem altbekannten Mittel: laut brüllen. Der Golfo di  Squillace ist bekannt für seine Wechselhaftigkeit und als wir ihn mit Kurs Catania queren, ist er redlich bemüht, sein Image zu unterstreichen. Shaka ist auf dem Weg von Griechenland zurück nach Italien. Und an der Stiefelsohle wird es dann wild. Kurz vor Sonnenuntergang schickt uns der Squillace mit fetten Winddrehern und heftigen Böen hin und her. Einreffen, ausreffen, Motor an, Motor aus –  fast im Minutentakt ändern sich die Bedingungen. Verrückter Golf. Auch die Strasse von Messina schickt uns schöne Grüsse. Diesmal zum Sonnenaufgang. 30 bis 35 Knoten Wind schütten mächtige Wellen und ab und an einen fliegenden Fisch an Deck. Bei Messina schiebt sich eine Wolkenwalze bedrohlich über die Bergkette. Das sieht fast aus wie Bora. Als wir salzig, nass und müde in Catania auf Sizilien ankommen, demonstriert uns Italien seine Geschäftstüchtigkeit. Alle Segelmacher sind im Urlaub. Ich telefoniere wie ein Weltmeister und auch mein italienischer Stegnachbar, der wenigstens ein bisschen englisch spricht, versucht zu helfen. Was bleibt ist ein Schulterzucken. Nach dem großen Feiertag Mitte August geht hier jeder in den Urlaub. Das ist nun mal so. Ich hole mir telefonischen Rat bei den Profis in Hamburg und versuche mein Laminatsegel selber zu reparieren. Die Aktion „Selbst ist die Frau“ hält leider nicht lange. Der richtige Kleber und das nötige KnowHow für diese Hightech-Segel fehlen. Erst eine Woche später ist die Urlaubszeit vorbei und in Palermo geht Shakas Hauptantrieb erneut ins Loft.