08.07.2010

Hvala Croatia!

Es ist schon erstaunlich wie wunderbar ein Sinneswandel sein kann. Kroatien schien mir als Segelrevier immer etwas überbewertet. Je mehr Freunde und Bekannte schwärmten, umso mehr setzte sich das Bild eines Mega-Bestsellers in meinem Kopf fest – und das, was alle machen, mochte ich noch nie. Denn dort wo alle sind kann es nicht mehr ruhig und idyllisch sein – dachte ich. Nun bin ich nicht nur überwältigt worden von der Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, der landschaftlichen Schönheit, sondern auch von der Unberührtheit und den vielen kleinen einsamen Ecken, die ich hier in Kroatien mittlerweile entdeckt habe. Hier segeln verdammt viele, vor allem Charterschiffe umher, ja, aber es ist auch genug Platz für alle da. Zumindest im Juni. Zur Hochsaison im Juli/August mag es etwas enger werden. Aber die Kroaten gehen clever um mit ihren Pfunden. Denn die Naturschönheiten werden behutsam beworben, die Städte mit Stil restauriert und die familiäre Atmosphäre bewahrt. Und die gesalzenen Marinapreise relativieren sich ganz schnell im Vergleich zu italienischen Häfen, die oftmals das gleiche verlangen ohne jedoch einen vergleichbaren Service zu bieten. In vielen Häfen an der italienischen Küste habe ich nicht einmal eine Sanitäranlage vorgefunden. Trotz 80 Euro Hafengeld pro Nacht. Und so wie heute in der Marina Zut, vom Bug aus ins kristallklare, türkise Wasser zu springen, wäre bei den verdreckten Häfen auf der anderen Seite der Adria komplett undenkbar. Das einzige, woran ich mich in Kroatien wohl nicht so schnell gewöhnen werde, ist die Sprache. Und so kann ich auch nach einigen Wochen noch nicht viel mehr murmeln als Guten Tag (Dobar Dan) und Danke (Hvala).
Was heißt eigentlich: „Ich komme bestimmt wieder“ auf Kroatisch?