03.05.2010

First Flush

Nachdem Shaka neben neuer Unterwäsche (Mille Dynamic, schwarz) noch einige andere Accessoires wie frische Seenotraketen und eine gewartete Rettungsinsel, sowie neue Starter- und Bugstrahlruder-Batterien erhalten hat und vier Wochen Arbeit wie im Flug vergangen sind - werden am 25. April endlich die Leinen im Club de Mar von Palma losgemacht. Ziel Sardinien. Auf der ersten Tour begleiten mich Uwe und Torsten aus Hamburg und zu dritt fahren wir zwei wunderbar ruhige Nächte lang quer über das platte Mittelmeer.
Gibt es auf See etwas Schöneres als das Aufeinandertreffen von zwölf Knoten Wind, sieben Knoten Fahrt und einem golden leuchtenden Vollmond? Wohl kaum! Luka Blohm aus den Cockpitlautsprechern macht das Szenario perfekt und so rauschen wir gen Sardinien. Nicht dass ich das Abfahrtsdatum von Palma de Mallorca nach der Mondphase geplant hätte aber das Quäntchen Glück ist auf unsere Seite und das Grinsen extrabreit als die Spanische gegen die Italienische Gastlandsflagge ausgetauscht wird. Da der Autopilot seinen Dienst verweigert sind wir zwar nach 280 Meilen alle etwas müde, denn zusätzlich zum Wachhabenden muss immer einer auf Standby bleiben und das ist bei drei Seglern an Bord nicht wirklich üppig. Aber die sardische Sonne, die dem Mond Konkurrenz macht und vor allem die Delphin-Eskorte entschädigt für die technische Unebenheit.
Als die italienische Insel auftaucht laufen wir in den schönen Hafen Carloforte auf der Isola di St Pietro, direkt an Sardinien Südwestküste ein. Sardinien empfängt uns mit traumhaften Wasserfarben. Auch der Hafenmeister ist ganz schmuck und sehr hilfreich, muss ich doch mit Händen und Füßen und meinem nicht vorhandenen Italienisch herausfinden wie und wo ich den Autopiloten wieder in Gang bekomme. Der Service der Marina Sifredi umfasst aber auch diese Recherche und so komme ich bald mit zwei Telefonnummern glücklich zurück an Bord. Zu helfen ist der Selbststeueranlage allerdings erst in Cagliari. Nicht nur deshalb wollen wir baldmöglichst die gut 65 Meilen bis dort angehen. In der heimlichen Hauptstadt Sardiniens wartet Thomas, ein Freund von Torsten und unser unermüdlicher Helfer und Übersetzer in den kommenden Tagen - sowie als neues Crewmitglied Christian auf uns.