
Mächtige Maddalenas
Endlich wieder auf See und dann so was: es pustet uns mit 30 Knoten genau ins Gesicht. In der zerklüftete Inselwelt des Maddalena Archipels vor Sardiniens Costa Smeralda mühen wir uns mit kurzen Schlägen durch das felsgespickte Fahrwasser. Rechts und links ziehen die schroffen, schönen Steine vorbei. Kaum haben wir das Labyrinth der Maddalenas verlassen, kommt auch noch eine mächtige Welle dazu. Dabei habe ich bei meinem Landaufenthalt in der vergangenen Woche immer brav meinen Teller leer gegessen.
Ich war bei der Interboot in Friedrichshafen am Bodensee und habe meine neu gewonnenen Revierinformationen an Besucher weitergegeben, aber auch viele liebe Freunde getroffen. Das tut gut nach so langer Abwesenheit. Immerhin war ich zehn Wochen nicht in Deutschland. Trotzdem ist es schön wieder an Bord zu sein.
In dieser Woche bin ich mit Sabine und Roma unterwegs. Die heutige Abfahrt aus Porto Cervo in Richtung Mallorca haben wir extra etwas verschoben, damit der Mistral sich ausreichend beruhigen kann. Alle Wetterberichte haben uns maximal vier Windstärken angekündigt und nun das! Fetter Westwind. Wir kämpfen uns mit zweitem Reff und Sturmfock voran. Shaka flügt wacker durch die Strasse von Bonifacio, aber Meilen machen ist da nicht drin. Dabei liegen mehr als 300 vor unserem Bug bis wir spätestens Sonnabend in Palma sein wollen.
Also biegen wir nach nur knapp 25 Meilen links ab und tauchen in Santa Teresa di Gallura unter. Schön hier, schön ruhig und schön leer. Sabine verwöhnt uns mit einer Demonstration Ihrer Kochkünste, und wir sammeln Kräfte für die kommenden Tage. Für morgen verspricht der Wetterbericht 15 Knoten – wer’s glaubt….





