
Stromboli Fire
Vulkanologen wären auf unserem Törn von Catania über die Liparischen Inseln bis nach Palermo voll auf Ihre Kosten gekommen. Denn bereits der erste Stopp an der Ostküste Siziliens zeigt die Urgewalt des Erdinneren in beeindruckender Weise. Die Marina Riposto gehört nicht nur zu den teuersten, die ich jemals besucht habe, sie liegt auch direkt am Fuße des Ätna und der bietet eine traumhafte Kulisse. Es ist erst ein paar Jahre her, dass er seine Macht demonstriert hat und ordentlich Lava ins Tal schickte.
Durch die Strasse von Messina machen wir uns auf den Weg zu den Liparischen Inseln. Meine beiden Gäste vom Ammersee sind begeistert über die Vulkankrater. Lipari ist als Hauptinsel busy aber die umliegenden Eilande scheinen noch immer vom großen Tourismus verschont zu sein. Nur die Anzahl an Booten hat enorm zugenommen seit ich hier zuletzt vor 15 Jahren vorbeigeschippert bin. Wir ankern und baden vor Salina, Jim Knopfs „Insel mit zwei Bergen mittendrin im blauen Meer“, besuchen Panarea und steuern als Highlight nachts um den immer noch aktiven Vulkankegel Stromboli. Etwa alle 20 Minuten grummelt der große Berg und schießt orangefarbenen Rauch oder gar ein kleines Feuerwerk in die Luft. Gemeinsam mit dem Vollmond ist das ein großartiges Bild. Die anschließende Nachtfahrt bringt Shaka zu einem wunderschönen Ankerplatz vor der Insel Filicudi an den bizarren Felsen „La Canna“ und auch an der kleinen Nachbarin Alicudi zeugt die wilde Westküste mit dem allgegenwärtige Lavagestein von der Vulkanischen Herkunft. Die Liparischen Inseln bieten ein traumhaft schönes, ruhiges Segelrevier. Die friedliche Atmosphäre ändert sich durch die erste Nacht in Palermo allerdings schlagartig, denn hier finden wir den krassen Gegensatz: Lärm, Gestank, Stadtgetümmel und italienischen Chaos-Verkehr. Palermo ist faszinierend, verstörend und auch ein bisschen unheimlich. Palermo ist arm und gleichzeitig protzig. Selten sieht man eine solche Konzentration von Palastartigen Kirchen. Und Palermo ist aufgeregt, denn im Oktober kommt der Papst zu Besuch. Shaka zieht es gen Westen. Das nächste Ziel ist Sardinien. Sobald die Segel wieder heil sind....Glücklicherweise sagt uns das Wetter auch ein Fenster für Mittwoch/Donnerstag vorraus. Derzeit weht es noch genau gegenan.





