15.08.2010

Und dann kam Katrin

Mit Schwung segelt sie in den engen Hafen, wendet, fährt ein paar Meter zurück und setzt einen punktgenauen Aufschiesser in eine freie Box auf der anderen Seite des Beckens. Ich staune nicht schlecht, vor allem über den Hund der sich auf dem Trampolin des Strandkatamarans so elegant und selbstverständlich bewegt als sei er dort geboren. Aber natürlich auch über die junge Frau, die so selbstverständlich mit ihrem kleinen Kat umgeht. Noch mehr ins Staunen komme ich dann allerdings als sie ein paar Minuten später an der Bar auftaucht an der ich mit ein paar Locals sitze. Katrin entpuppt sich nicht nur als Deutsche, sie ist auch gerade am Ziel ihres 5-wöchigen Törns von Trieste nach Korfu angelangt. Allein. Mit Lotte ihrer Hündin. Auf fünf Metern Strandkat - ohne alles. 700 Meilen ohne doppelten Boden. Ein beeindruckendes Unternehmen.

Sie sei viel geschwommen, um das Boot bei Flaute zum nächsten Ziel zu bekommen, sagt sie und erzählt unter anderem wie sie in Kroatien eine heftige Bora abgewettert hat. Drei Stunden ist sie bei dem Sturm auf der Stelle gekreuzt, bis sie einen kleinen Winddreher nutzen konnte, der sie in Landnähe brachte. Glück gehabt! Spannend ist auch die Geschichte als sie in Albanien am Strand campt und mitten in der Nacht von fünf Polizisten geweckt wird. „Es war nicht leicht denen klar zu machen, dass ich kein Problem habe, denn sie sprachen überhaupt kein Wort englisch“, erzählt die Hagenerin, die im echten Leben Musikerin ist.

Aufgekratzt ist sie, verständlich, denn sie ist gerade angekommen. Und ich fahre am nächsten Tag ab – so sitzen wir lange in Shakas Cockpit, freuen uns über die Begegnung und den Wachwechsel. Nun hat das griechische Fernsehen die nächste Deutsche Frau vor der Kamera.