
Waterworld
„Mit mir sieht man immer Tiere“, meint Sabine gerade und berichtet von ihrem Sommertörn im Westen Kanadas. Sie erzählt von Begegnungen mit Seehunden und Wölfen und kaum hat sie die Geschichte von den Delphinen beendet, bekommt sie diesen konzentrierten Blick und starrt aufs Wasser. Sofort gucke ich hinterher. Zwei Blows in etwa 500 Metern Entfernung an Steuerbord voraus. Wale! Ich springe einen halben Meter hoch. Wir juchzen im Terzett. Das Adrenalin schießt mit Überdosis ein und selbst Sabine die in Kanada wohl mehr Wale als genug gesehen hat, zeigt Respekt. Vorsichtig nehmen wir Kurs auf die Fontänen. Immer wieder schießen die beiden Meeressäuger ihren Blas in den Himmel. Im Mittelmeer habe ich noch nie Wale gesehen und obwohl wir die Tiere nicht direkt zu Gesicht bekommen, denn sie tauchen ab, bevor wir sie erreichen, und erst 500 Meter hinter uns wieder auf, bleibt es das Highlight des Tages. Buckelwale werden bis zu 20 Meter lang und können unserer kleinen Shaka durchaus gefährlich werden. Die Faszination aber bleibt und da Sabine an Bord ist, besuchen uns einige Stunden später auch noch ein paar Delphine, schwimmen in der Bugwelle mit und gucken neugierig an Deck. Wir sind zu dritt an Bord, drei Mädels auf dem Weg von Sardinien nach Mallorca. Gut 350 Seemeilen sind zu absolvieren. Drei Tage und zwei Nächte schätzen wir und nur ein Kerl darf uns begleiten: Robby Williams swingt uns in den Sonneuntergang und tröstet uns über den Südwestwind hinweg. Wir singen lauthals mit und stoßen mit Bitterino Bionda auf alle Robbys dieser Welt an. Spanien wir kommen! Aber vielleicht wird es diesmal doch etwas länger dauern, denn Palma liegt natürlich genau im Südwesten….





