Die Reise

Die Ursprungsidee war, längere Zeit durch die polynesischen Inseln des Pazifiks zu segeln ohne den Zeitdruck eines Chartertörns im Nacken zu fürchten. Das ist nur auf eigenem Kiel möglich.

Obwohl der momentane Gebrauchtbootmarkt sehr Käuferfreundlich und verlockend ist, reichte mein Budget nicht aus um die Sorgenfalten meiner Freunde und Familie zu glätten, denn jegliche Schiffsauswahl wurde als nicht sicher genug empfunden. Anders bei der "La Medianoche", die ich durch die Unterstützung der Firma moonsailing nutzen konnte. Sie ist das ideale Schiff für eine Weltumsegelung.

Denn wer einmal im Pazifik unterwegs ist, segelt nicht gegen die vorherrschende Windrichtung zurück nach Amerika, sondern vorwärts nach Australien - also war die Route klar: einmal rund!
Durch die regionalen Wetterzyklen und auch bedingt durch die Durchschnittgeschwindigkeit von maximal 15 Stundenkilometern auf See dauert ein solches Unterfangen mindestens drei Jahre. Ende März 2012 ging es von den Kanarischen Inseln ins Mittelmeer, Richtung Korsika/Sardinien. Die Mittelmeerrunde diente als Teststrecke und Vorbereitungszeit. Dann ging es im November mit der Atlantic Rally for Cruisers /ARC über den Teich in die Karibik. Im Frühjahr stand dann endlich die Passage durch den Panama-Kanal auf dem Plan .

2013 wurde der europäische Sommer, die zyklonfreie Saison im Pazifik für die Reise durch die Südsee nach Neuseeland genutzt. Von dort ging es 2014 über Tonga, Fiji, Vanuatu und Neukaledonien nach Australien. Und 2015 führte der Weg weiter durch die Torres-Strasse in den Indischen Ozean nach Südafrika. Das letzte Jahr der Reise startete in Kapstadt über den Südatlantik nach Brasilien, weiter in die Karibik und über den Atlantik zurück nach Europa, wo La Medianoche und ich im Spetember 2016 angekommen sind.

Dabei ist es nie meine Idee alleine zu segeln, dazu teile ich Eindrücke und Erlebnisse viel zu gerne und bin eher kommunikativ als stillschweigend veranlagt. Freunde und Bekannte, die schon immer mal mitsegeln wollten, aber nie die richtige Gelegenheit geboten bekamen, waren schnell begeistert von der Idee etappenweise mit an Bord dabei zu sein.

Und auch neue Freunde waren herzlich eingeladen, mich ein Stück des Weges zu begleiten!

Insgesamt haben mich über die 4,5 Jahre 140 Mitsegler ein Teilstück des Weges begleitet. Es war also ein ständiges Kommen und Gehen - Begrüssen und Verabschieden.

"Die Matrosen kommen und gehen - alles lebt vom Wiedersehen", war daher auch ein Motto der Reise....